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Ahnentafel
Könige + Prinzen

 

 

Auszug aus der Chronik

Zusammengetragen von Norbert Amberg

Die Chronik des Bezirksverbandes umfasst  Minimum  70 (siebzig) DIN A 4 Seiten!

Vorgeschichtliches  

Kleine Wappenkunde

Das Wappen der Gemeinde Schwalmtal setzt sich aus Teilen der Wappen der beiden früheren Gemeinden Amern und Waldniel zusammen. Vom Waldnieler Wappen wurde die linke Seite mit dem Erzengel Michael im Kampf mit dem Drachen und vom Amerner Wappen die rechte Seite mit den Balken aus dem Siegel des Dominus Henricus de Ambere entnommen, das an einer Urkunde des Arnoldus de Ambere inferior vom 22.09.1267 hängt. Die Herren von Amern (Ambere) gelten als Gründer des Grenzkreises Ober- und Unteramern. Da die Gemeinden seinerzeit dem Amt Jülich angegliedert waren führten sie den Jülicher Löwen in ihrem Wappen, worauf man im Schwalmtaler Wappen verzichtete.

Das Wappen der Gemeinde Brüggen zeigt auf der linken Seite Maria mit Kind aus dem Brachter Wappen und rechts den Jülicher Löwen der in beiden Wappen vorkam.

Vorgeschichtliches aus dem Tal der Schwalm

Das Schwalmgebiet bildet einen Teil des Mülgaus, der zuerst unter dem Namen »Moilla« im Jahr 839 genannt wird. Im Jahr 966 wird zum ersten Mal ein gewisser Eremfried als Gaugraf im Muelgau ernannt. Später waren es die Grafen von Kessel (1082 erstmalig genannt), die dieses Amt innehatten. Sie waren nicht nur über die Besitzungen St.Pantaleons im Mülgau als Vögte gestellt, sondern auch über die Grundherrschaften des Kölner Domkapitels zu Waldniel und Amern-St.Georg und des Xantener Stiftes zu Dülken und Amern-St.Anton.

1136 die Borner Kapelle untersteht dem St.Pantaleon Kloster Königsdorf im Erzbistum Köln. 1421 baut Pfarrer Heinrich Slecht die Kirche so aus wie sie 2000 noch zu sehen ist.

1267 wird das Getreide in Amern und Luettelforst nach „Dülkener Maß“ gemessen.

Erste urkundliche Erwähnung 1289, als Walram von Kessel Burg und Mühle Brüggen dem Herzog Johann III. von Brabant als Lehen übertrug.

Gegen Ende des 13. Jahrhunderts verfiel das Geschlecht der Kessel. Da man zu dieser Zeit bemüht war, die verstreuten Besitzungen zusammenzufassen, kam das Schwalmgebiet zum Jülicher Territorium und gehörte von 1305 bis 1801 zu dem Jülicher Amt Brüggen. Es war in fünf Dingstühle oder Orte geteilt. Waldnielerort umfasste Waldniel, Kirspelwaldniel, Lüttelforst, die beiden Amern und Dilkrath.

1400 Die Benennung „Waldniel“ scheint zuerst durch die geistliche Behörde aufgekommen zu sein. Für sie war eine Unterscheidung zwischen Waldniel und Maasniel notwendig, da beide zum Dekanat Wassenberg gehörten. Dieses umfasste im Jahre 1400 außer 36 anderen Pfarreien auch Nyel ad nemus (Waldniel) und Nyel ad mosam Maasniel).

[Quelle: „Waldniel als Flecken und die Wandlungen seines Namens im Laufe der Jahrhunderte“ Hubert Pötter 1939 Seite 18]

Mitte des 14. Jahrhunderts wurde ein Schloss in Waldniel gebaut, das lange Jahre »Haus Clee« hieß und seit 1911 dem Kommerzialrat Josef Kaiser, Gründer des Kaisers Kaffee-Geschäftes, gehörte.

 Kreuzherrenkloster

Am 11. März 1487 wird die Borner Kirche durch den Papst dem 1479 gegründeten Kreuzherrenkloster zu Brüggen inkorpiert. 

1630-1794  Philosophische und theologische Fakultät der Kreuzherren-Universität im Brüggener Kloster.

Am 26. April 1751 bricht in Brueggen eine große Feuersbrunst aus. Neben 33 Gebäuden werden auch die Kirche und das Kreuzherrenkloster mit dem ganzen Inhalt in Asche gelegt.

Nachdem 1811 das Kreuzherrenkloster von Prof. Benzenberg erworben worden war, errichtete er dort mit seinem Onkel Platzhoff eine Siederei für Rübenzucker und 1840 die erste mechanische Seidenweberei des ganzen Festlandes.

Am 10. Juni 1848 wird es an den Inhaber einer Seidenmanufaktur Freiherr Friedrich von Diergardt in Viersen veräußert. Neben der Weberei betreibt dieser hier auch die Seidenraupenzucht.

Nach den Weiterverkäufen 1861 an die Gebrüder Frankeser und 1867 an die Schwestern des III. Ordens des hl. Franziskus wird dort eine Mädchenschule und ein Waisenhaus betrieben. Die Anstalt wird 1876 unter Otto von Bismarck ein Opfer des Kulturkampfes.

Nächster Besitzer wird Reichsgraf Paul von und zu Hönsbröck, nachdem es dann zwischen 1878 und 1880 teils an die Gemeinde Brüggen und teils an die katholische Pfarrgemeinde veräußert und seitdem als Schule, Bürgermeisteramt, Pfarrhaus und zeitweise als Postamt genutzt wurde.

Praeambel

Ich habe den Versuch unternommen die zusammengetragenen Daten abzugleichen, was aber nicht immer möglich ist. Denn in verschieden Quellen erscheinen oftmals auch verschiedene Termine.

Kaum eine Gruppierung unserer Gesellschaft kann auf eine so lange Tradition zurückblicken, wie die historischen Schützenbruderschaften, deren urkundliche Erwähnung bereits zu Beginn des 12. Jahrhunderts belegt ist.

Um gemeinsame Interessen durchzusetzen, um in Not und Krankheit Unterstützung zu finden, bilden Menschen Solidargemeinschaften. Was heute die Gewerkschaften, Kammern, staatlichen und privaten Sozial- und Lebensversicherungen sind, das waren im Mittelalter und den späteren Jahrhunderten die Gilden, Zünfte, Bruderschaften und Nachbarschaftsorganisationen. Diese genossenschaftlichen Personenverbände dienten der Sicherung des Menschen im Leben und - anders als heute - nach dem Tod. Das Bedürfnis, sich über die eigene Familie bzw. Sippe hinaus zu gegenseitiger Unterstützung zu "verbrüdern" war schon im frühen Mittelalter sehr gegenwärtig. An den wichtigen Zentralorten des Handels schlossen sich Kaufleute und Handwerker zu genossenschaftlichen Verbänden, den so genannten Gilden oder Zünften zusammen, um soziale Sicherheit und wirtschaftliche Vorteile zu erreichen.

Neben diesen Standesorganisationen, die in erster Linie weltlichen Zwecken dienten, entstanden sehr viele Bruderschaften (Fraternitäten), die sich mehr den geistlichen Aufgaben widmeten. Sie waren im allgemeinen an eine Kirche angegliedert und stellten sich unter den Schutz eines Heiligen. Sie fanden sich zusammen zum gemeinsamen Gebet, zur Ausübung karitativer Aufgaben, und vor allem zur Totenbetreuung und Seelenfürsorge. Der mittelalterliche Mensch in seiner Frömmigkeit sorgte sich sehr um sein Seelenheil, bzw. sein Fortleben nach dem Tode. In der von Katastrophen (der großen Pest) und Weltuntergangsängsten geprägten Zeit, erlebten diese Personenvereinigungen eine Blütezeit. Die Organisationsstruktur und das bruderschaftliche Leben all dieser Gemeinschaften, so verschieden sie auch waren, sind heute noch ähnlich. Festgelegte Statuten, die Ziele und Aufgaben definieren, ein Vorstand und regelmäßige Zusammenkünfte bildeten ihr Gerüst. Die Endwicklung der christlichen Bruderschaften sind vermutlich Anfang des 14. Jahrhunderts zu finden, als um 1350 die Pest innerhalb von nur drei Jahren mehr als 20 Millionen Menschen in Europa dahinraffte.

Nach den Forschungen von Prof. Dr. Herbert Schwedt über Kirchweih und Schützenfeste, kommt das Schützenwesen um 1400 aus Flandern ins Rheinland. Es verbreitet sich von Aachen bis Dülken. In den Wirren und Unruhen der damaligen Zeit mussten die Buerger zur Selbstwehr greifen, um sich gegen mordende und plündernde Banden zu verteidigen. So entstanden gleichsam aus einer Verschmelzung von weltlichen Gilden und geistlichen Fraternitäten die Schützenvereinigungen. Bedingung für die Entstehung des Schützenwesens war der Einsatz der Schusswaffen seit dem 12. Jahrhundert, d.h. zunächst des Bogens und der Armbrust. Diese Waffen waren im Gegensatz zu einer ritterlichen Ausrüstung auch für die Bürger der Städte erschwinglich. Wegen der schwierigen Handhabung der Armbrust und später der Gewehre mussten regelmäßig Schießübungen abgehalten werden. So traf man sich in den wärmeren Jahreszeiten zu gemeinsamen Schiessspielen (dem Vogelschießen) verbunden mit geselligen Elementen (den Schützenfesten). Der Begriff "Schütze" umschreibt also nach mittelalterlichem Sprachgebrauch das "Schiessen", allerdings umfasst er auch den Schutzgedanken im Sinne von "beschützen", nämlich die Verteidigung von Land und Bürger in Gefahrenzeiten. Vielfach waren rein politische Interessen der Landesherren für die Gründung von Schützenbruderschaften ausschlaggebend.

1433 werden keine neuen Schützengesellschaften und -vereine mehr zugelassen, wegen der schlechten Erfahrungen bei Schützenfesten.

Der Kölner Erzbischof Ruprecht erließ im Jahr 1475 eine Verfügung, dass in jedem Kirchspiel im ganzen Erzstift Köln eine Bruderschaft zu gründen sei. Man kann davon ausgehen, dass diese Anordnung verstärkt in die Tat umgesetzt wurde. Viele Gründungshinweise, auch in unserer engeren Heimat weisen darauf hin (St. Sebastianus Bruderschaft 1484 und die St. Sebastianus Bruderschaft Hilden 1484).

1494 Brüggen bildet als Grenzfestung den nördlichen Stützpunkt des Herzogtums Jülich bis zum Jahre 1794.

1551 Kaiser Karl V. regelt im Venloer Vertrag Grenzen, die der Wiener Kongress als Staatsgrenzen. übernimmt.

Ebenso Herzog Wilhelm von Jülich ordnete 1597 an, dass überall im Lande Schützenvereinigungen aus Rotten zu je 15 Mann zu bilden seien, zur Verteidigung von Land und Städten.

Auf solche Buergerwehren führen zahlreiche Schützenvereinigungen ihre Anfänge zurück. Die Bezeichnung Schützenbruderschaften dagegen weist auf eine enge Beziehung dieser Gruppen zur Kirche hin. Sie organisierten sich nach dem alten Bruderschaftsprinzip der gegenseitigen Fürsorge im Leben und Tod. Neben weltlichen Aufgaben war das gemeinsame Leben ebenso von religiösen Vorschriften bestimmt. Zu den Pflichten der Schützenbrüder gehörte auch das feierliche Geleit verstorbener Brüder und die Teilnahme an Messen und Prozessionen. Wie die Fraternitäten stellten auch sie sich unter den besonderen Schutz eines Heiligen. Wobei der hl. Sebastian, hier im Rheinland, der am häufigsten gewählte Schutzpatron wurde, gefolgt vom hl. Hubertus.
Die Blütezeit des Schützenwesens fällt in das 15. und 16. Jahrhundert. Es gewann in den Städten sehr schnell großen Einfluss, so dass sich auch das Patriziat diesen Organisationen anschloss. Mit der Reformation verlor sich vielfach die enge Bindung an die Kirche, jedoch das Bruderschaftsleben ging weiter, wie die Schuetzen sich auch noch an Schutz- und Ehrengeleiten beteiligten.

1634-1637 das neutrale Brüggen wird in die Endphase des 30jährigen Krieges hineingezogen.

Der dreißigjährige Krieg (1618-1648) bewirkte nochmals eine größere Zahl von Neugründungen, als Schutz gegen herumstreunendes Gesindel. Gegen Ende des Krieges wurden die Bruderschaften teilweise militärähnlich formiert. Als die Landesherren dazu übergingen, Truppenkontingente zu unterhalten und später im 17. und 18. Jahrhundert stehende Heere einzurichten, ging die Bedeutung der Schützenbruderschaften als Wehrverband zurück. Sie wurden zeitweilig noch zu untergeordneten Wachdiensten herangezogen und entwickelten sich immer mehr zu Vereinigungen, die sich neben dem mit Volksfesten verbundenem Schießen auf Vogel und Scheibe, vor allem der Geselligkeit widmeten. Im 18. Jahrhundert kommt es daher nur noch zu wenigen Neugründungen. Um 1800 wollen die Franzosen alle Schützenvereine verbieten.  

Auch die nachfolgenden Kriege zogen Land und Leute in Mitleidenschaft, bis dann endlich 1763 dreißig Friedensjahre folgten.

1630-1794 Philosophische und theologische Fakultät der Kreuzherren-Universität im Brüggener Kloster

1794 Brüggen wird dem französischen Reich einverleibt und gehört ab 1801 zum Roerdepartement

Bei den Kämpfen um die Schwalmlinie 1793 waren die Preußen und Österreicher erfolgreich, doch schon 1794 erfolgte der Gegenstoß, und wieder gab es Steuern, Kriegslasten und Hungersnot.

Im Frieden zu Campoformio 1797 wurde das linke Rheinufer französisch. Das frühere Amt Brüggen kam zum Arrondissement Krefeld und die Gemeinden Burgwaldniel (vom französischen bourg = Marktflecken), Kirspelwaldniel, die beiden Amern und Dilkrath zum Kanton Bracht. Kirchlich gehörte Dilkrath früher zum Dekanat Wassenberg und zum Bistum Lüttich. Nach 1800 kam die Pfarre an das neugegründete Bistum Aachen, dann an Münster und zuletzt wieder an Aachen.

Von 1801 an durften auf Drängen der Bevölkerung wieder Schützenfeste abgehalten werden. Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft lebten unter preußischer Verfassung, allerdings auf Verzicht alter Privilegien, die Schützenbruderschaften wieder auf.

Nach dem Sturz Napoleons wurde die Verteilung der befreiten Länder auf dem Wiener Kongress geregelt. Die Rheinlande kamen 1815 zum Königreich Preußen.

Im Rahmen der Bildung der neuen Verwaltungseinheiten kam bei der 1816 erfolgten Kreiseinteilung außer Tegelen der ganze ehemalige Kanton Bracht zum Kreis Kempen und unter die Regierung Kleve.

Die Vereinsgründungen setzten sich über den ersten Weltkrieg hinaus fort. Förderlich für die gesamte Schützenschaft war die schnelle Entwicklung des Schießwesens. Wohl kaum eine andere Vereinigung kann von sich behaupten, dass sie die Geschichte vergangener Zeiten so entscheidend mitformte und ein Teil einer solchen geworden ist.

Häufig wurden in früheren Jahrhunderten Bruderschaften gegründet, die als Männer-Gemeinschaften bestimmte Aufgaben im kirchlichen Bereich übernahmen, oft waren es Schutzfunktionen, z. b. bei Wallfahrten und an hl. Stätten. An diese alte Tradition knüpfen die heutigen Bruderschaften an, zumindest versuchen sie es. Gemeinsam geht eben so manches besser, praktizierter Glaube ebenso wie die Pflege des Brauchtums. Dabei ist das gesellige Zusammensein eine wichtige Stütze.

1400

Die Benennung Waldniel scheint zuerst durch die geistliche Behörde aufgekommen zu sein. Für sie war eine Unterscheidung zwischen Waldniel und Maasniel notwendig, da beide zum Dekanat Wassenberg gehörten. Dieses umfasste im Jahre 1400 außer 36 anderen Pfarreien auch Nyel ad nemus (Waldniel) und Nyel ad mosam Maasniel).

[Quelle: „Waldniel als Flecken und die Wandlungen seines Namens im Laufe der Jahrhunderte“ Hubert Pötter 1939 Seite 18]

Mitte des 14. Jahrhunderts wurde ein Schloss in Waldniel gebaut, das lange Jahre »Haus Clee« hieß und seit 1911 dem Kommerzialrat Josef Kaiser, Gründer des Kaisers Kaffee-Geschäftes, gehörte.

1802

Durch Beschluss vom 09. Juli erklärt Napoleon sämtliches Kirchen- und Klostergut für Staatseigentum.

[Quelle: „Waldniel als Flecken und die Wandlungen seines Namens im Laufe der Jahrhunderte“ Hubert Pötter 1939 Seite 36]

1804

Fleck (franz. bourg) Waldniel und Kirspelwaldniel bildeten von alters her, vielleicht seit dem Jahre 700 etwa, die Pfarre Waldniel. Das jetzt (1939) dazugehörige Amern-Ungerath wurde erst 1804 in die Pfarre eingegliedert.

Eine Burg gab es jedoch nicht, wohl war Waldniel bis 1795 ein befestigter Ort, und die in der Nähe liegende Besitzung der Herren von Bocholtz und von Waldniel im Kranenbachtale wurde der Brockerhof oder Brockhof genannt. Schon der Name besagt, dass die Besitzungen mehr einem Gutshofe als einer Ritterburg ähnlich gewesen sein muss.

[Quelle: „Waldniel als Flecken und die Wandlungen seines Namens im Laufe der Jahrhunderte“ Hubert Pötter 1939 Seite 11, 35]

1806

Durch den Beschluss von 1802 sind die Kirchen selbstständig geworden und müssen für ihre Bedürfnisse selbst sorgen, deshalb wurden von 1806 ab Kirchensteuern erhoben.

[Quelle: „Waldniel als Flecken und die Wandlungen seines Namens im Laufe der Jahrhunderte“ Hubert Pötter 1939 Seite 36]  

1815

Mit der Besetzung des Gouvernements des Niederrheins durch die Nordarmee der Verbündeten unter dem Kronprinzen Bernadotte von Schweden Mitte Januar 1814 und der Übernahme der Verwaltung des Krefelder Bezirks durch den Kreisdirektor Bene am 12. Febr. 1814 kam die deutsche Sprache auch in der Verwaltung wieder zu ihrem Recht, und der Name unserer Bürgermeisterei wurde nun Burgwaldniel geschrieben.

Am 10. Februar 1815 wurden die Rheinlande durch den Wiener Kongress mit Preußen vereinigt. Da es die von den Franzosen getroffene Landeinteilung bestehen ließ, blieben Fleck Waldniel und Kirspel-Waldniel auch für die Zukunft getrennte Gemeinden und sollten es noch genau 100 Jahre bleiben.

Aber dieses Bourgwaldniel war eine neue Bürgermeisterei, die durch Präfekturbeschluss aus der neuentstandenen Gemeinde bourg de Waldniel und aus der Gemeinde Lüttelforst gebildet wurde.

Die Bürgermeisterei Burgwaldniel war ein etwas eigenartiges Gebilde. Die beiden Gemeinden waren nämlich durch ein bis zu 1½ km breites Gebiet der früheren Gemeinde Amern St.Anton gänzlich von einander getrennt, ein Zustand, der auch heute (1939) noch besteht.

[Quelle: „Waldniel als Flecken und die Wandlungen seines Namens im Laufe der Jahrhunderte“ Hubert Pötter 1939 Seite 39, 40]

 Die Silhouette des Schwalmtals wird bestimmt von der gotischen Pfarrkirche St. Michael, die in den Jahren 1879 bis 1883 von dem Baumeister Heinrich Wiethase erbaut wurde und heute im Volksmund als »Schwalmtaldom« bezeichnet wird; 1884 wurde die St.Georg-Kirche in Amern vollendet.

Am 16. Mai 1911 ermächtigt der Kapitular-Vikar von Münster, bezugnehmend auf ein Schreiben von 12. Mai 1911, Herrn Pfarrer Ackers Hochwürden von St.Cornelius Dülken, die kirchliche Weihe der Fahne der neugegründeten St.Mauritius – Schützenbruderschaft vorzunehmen. Herr Pfarrer Ackers segnete die Fahne am 25. Juni 1911 in der Kirche.

Namensverlauf im Laufe der Jahre:

Um 1400 Dekanat Wassenberg in der Diözese Lüttich, am 31. März 1823 wird, nach Aufhebung der Diözese Aachen, die Kantonalpfarre Dülken mit den zugehörigen Sukkursalen an das Bistum Münster überwiesen.

Am 27. August wurde das Gebiet des Dekanates Dülken dem neugegründeten Landdekanat Kempen im Bistum Münster zugeteilt.

Am 1. Januar wird das eigenständige Dekanat Dülken eingerichtet welches am 31. August zum Bistum Aachen geschlagen wurde.

In Folge der kommunalen Neuordnung in Nordrhein-Westfalen im Jahre 1970 und der daraus resultierenden Neueinteilung der Dekanate, wurde durch bischöfliche Verlautbarung Nr. 265 zum 23. August 1973 das ehemalige Dekanat Dülken aufgeteilt. Das Gebiet der Stadt Dülken wird dem Dekanat Viersen zugeschlagen. Das Gebiet Amern – Waldniel wird mit dem Territorium Brüggen zum Dekanat Schwalmtal vereinigt.

1981 wechselte Bracht auf Antrag vom Dekanat Nettetal zum Dekanat (Bezirk) Schwalmtal, so wurde es dann der Bezirksverband Schwalmtal-Brüggen.

1930/31 gehören dem Dekanatsverband Dülken-Schwalmtal 32 Bruderschaften an.

Am 12. Juni 1947 ermächtigt die Militärregierung den Generalpräses Dr. Peter Louis, „allen Bruderschaften, die im Diözesanverband zusammengefasst sind, mitzuteilen, dass sie nicht unter das Verbot der Schützenvereine und Bürgerschützengesellschaften fallen.“ Alle Schützenbruderschaften waren frei und konnten ab sofort wieder frei auftreten. Wohl wurde dem Verband der Titel „Erzbruderschaft“ untersagt. Die Organisation in Diözesanverbänden wurde gestattet, nicht aber eine überdioezesane Organisation. Bis auf weiteres wurde daher der Name „Die deutsche historische Bruderschaft“ und der „Diözesanverband vom hl. Sebastianus“ angenommen.

Große Freude herrscht 1948 im Dekanat, als die oberste Bruderschaftsführung zu Köln in einem Rundschreiben veröffentlicht, dass alle Schützenbruderschaften, die dem Zentralverband angeschlossen sind, wieder öffentlich auftreten und in althergebrachter Weise die Schützenfeste feiern dürfen.

Folgende Mitteilung findet sich im 10. Rundbrief der obersten Bruderschaftsführung vom September 1948, „Erster Deutscher Bruderschaftstag in Kevelaer“, Neue Bundesmeister, Kreises Kempen-Krefeld, Wegen der Größe des Kreises beschloss am 10. Juni (1948) die Delegiertentagung in Kempen auf Antrag von Diözesan-Bundesmeister Peter Lankes den Kreis in 4 Bezirke aufzuteilen. Als Bundesmeister von Kempen wurde der Präsident der St. Michaelis-Schützenbruderschaft Kempen, Johann Lufen, gewählt. Stadt und Kreis Krefeld erhält in Herrn Martin Clever von Krefeld-Verbert einen vorläufigen Bundesmeister. Den Bezirk Lobberich übernimmt Schützenbruder Johann Frank und für Dülken wurde Josef Fongeren in Brüggen am Niederrhein gewählt.

1950 gehören dem Dekanatsverband Dülken-Schwalmtal 22 Schützenbruderschaften an.

Fahnenspruch von 1950:        

Aus alter Wurzel neue Kraft!                             

In seiner Wurzel fest und stark,

Im alten Stamme neuer Saft,                               

der Stamm gesund bis in das Mark.

Der soll durch alle Äste steigen                       

Des Baumes Krone, das Geäst,

bis zu des Wipfels höchsten Zweigen               

den Stürmen trotzend, wetterfest,

den Baum erfüll’n mit neuem Leben                

soll er die Zweige weit ausbreiten

zum Wachsen, Blühen, Aufwärtsstreben,         

durchs deutsche Land nach allen Seiten,

dass

ein Sinnbild unserer Bruderschaft.

weit sichtbar in die Lande ragt.                       

„Aus alter Wurzel neue Kraft.“

Am 1. Januar 1951 schließen sich die Diözesanverbände zum Zentralverband der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften zusammen und geben sich neue Statuten. Der Präsident des Zentralverbandes nahm den Titel  „Hochmeister“ an. Dr. Peter Louis wurde zum Generalpräses und Geistlichen Rat, Fürst Franz zu Salm-Reifferscheidt-Dyck  zum Hochmeister gewählt. Schulrat Lankes aus Viersen wurde 1. Vizepräsident.

1954 gehören dem Dekanatsverband Dülken-Schwalmtal 20 Schützenbruderschaften an.

Jede Schützenbruderschaft spendet 5 DM für das Peter Lankes Ehrenmal, hiermit nimmt der Dekanatsverband Dülken-Schwalmtal seine Tätigkeit auf. Die Dülkener Schiessgruppen werden weiter im Bezirksverband mitarbeiten.

1957 wird die Bundesmeisterkette angeschafft und am Dekanatstag 14. Juli in Waldniel an Dekanatsbundesmeister Jakob Mostardt feierlich überreicht. (Inschrift auf der Platte: BUNDESMEISTER DEKANAT BRÜGGEN SCHWALMTAL)

Mit Schreiben vom 19. August 1964 ernennt der Bischof von Aachen Dr. Müssener Herrn Pfarrer Heinrich van Booven zum Dekanatspräses im Dekanat Dülken.

Am 24. September 1966 beim XIV. Bundeskönigsschießen in Gemünd/Eifel ringen 130 Bezirkskönige um die Bundeskönigswürde. Die St.Sebastianus Schützenbruderschaft Amern St.Georg stellt mit Heinz Buschau den neuen Bundesschützenkönig, er ist der erste ledige Bundeskönig des Zentralverbandes. Nach Festreden und Umzug wird Bundeskönig Heinz Buschau und Bundeskönigin Anni Hölter von den Gemünder Schützen per Bus nach Amern St.Georg geleitet.

Bei der Diözesanmeisterschaft 1966, wo 199 Einzelschützen und 30 Mannschaften teilnehmen, können sich 7 Schützen des Dekanatsverbandes in den Einzelwertungen platzieren.

Vom 15.-17. Juli 1966 gestaltet die St.Sebastianus Schützenbruderschaft Amern das Bundesschützenfest mit 40 Schützenbruderschaften.

Bei der Diözesanmeisterschaft 1968 sind von den 38 platzierten Mannschaften 5 aus dem Dekanatsverband, von 246 Einzelschützen 32 aus dem Dekanatverband. H. Joepen qualifizierte sich für die Bundesmeisterschaft.

Im Juni 1974 sollen die neuen Dekanatsgrenzen in Betracht gezogen werden.

Am 4. Juli 1974 gibt der Stadtverband Dülken [4 Bruderschaften: St.Cornelius Dülken-Nette 1460, St.Donatius Dülken-Nord 1749, St.Udalrikus Dülken-Busch 1457, St.Georg Dülken-Waldnieler Str. 1900] den Austritt aus dem Dekanatsverband Dülken - Schwalmtal bekannt, dies wird rechtskräftig am 31.12.1974.

Am 01.01.1975 nimmt der Bezirksverband Schwalmtal mit 16 Schützenbruderschaften seine Tätigkeit auf.

Bei der Bezirks-Delegierten-Versammlung am 27. März 1981 wird mit Neuwahlen eine neue Satzung für den Bezirksverband Schwalmtal-Brüggen e.V.  verabschiedet.

1982 schießen 49 Mannschaften mit 480 Schützen in den Bezirks- und Kreisklassen.

Das Bezirksfest richtet die St.Johannes von Nepomuk Schützenbruderschaft Ungerath zu ihrem 150jährigen Bestehen am 11. Juli 1982 aus. Die Könige und Gefolge treten mit ihren Damen im Park des Jugend (Kinderdorf Bethanien „Maria im Clee“) an. Gleichzeitig feiert der Jägerzug sein 100jähriges Bestehen.

1984 beim 25jährigen Bestehen der St.Sebastianus Jungschützengruppe Amern St.Georg richtet man den ersten

Bezirksjungschützentag mit Schießen, Fahnenschwenken u. Fußballspielen des Bezirksverbandes Schwalmtal- Brüggen aus. Ehrengäste sind u.a. eine 36-köpfige Pfadfindergruppe aus Haifa / Israel. Joh. de Rijk Jungschützenmeister von St.Sebastianus Amern St.Georg u. Philipp Abboud [aus Israel] wird der Jugend- Verdienstorden in Bronze durch Bundesjungschützenmeister Lothar Haupts verliehen.

1986 bei den Fahnenschwenkerturnieren gaben 24 Einzelschwenker und 5 Mannschaften ihr Bestes. In Vechta [Diözese Münster] werden die Fahnenschwenkergruppe von St.Sebastianus Amern St.Georg Vize Bundesmeister.

Im April 1988 ehrt man für den „Deutschen Meistertitel“ im Synchronschwenken die Fahnenschwenker der St.Sebastianus Schützenbruderschaft St.Georg.

An den Rundenwettkämpfen 1989 nehmen 502 Schützen teil, die 50 Mannschaften bildeten. Marco Dohmen von St.Georg Schellerbaum wird Bezirksschülerprinz und errang die Würde des Diözesanschülerprinzen [erstmalig im Bezirk]. Peter Rechmann von St.Sebastianus Amern wird Bezirksprinz.

In der Zeit vom 24. - 27. Juni 1989 feiert die St.Nikolaus Schützenbruderschaft Brüggen ihr Heimat- u. Schützenfest mit vielen Gästen auch eine Abordnung der britischen Royal Air Force [RAF] Brüggen, das ist Völkerverständigung.

Am 8. Oktober 1989 holten die Fahnenschwenker aus Amern St.Georg unter „Meistermacher Erich Wefels“ zum zweiten Male den deutschen Meistertitel im Synchronschwenken.

Am 6. Oktober 1990 kann die Fahnenschwenkermannschaft der St.Sebastianus Schützenbruderschaft Amern den Titel des Deutschen Meisters erfolgreich verteidigen, im Einzel wird Wolfgang Meis Deutscher Meister.

20. Bundesjungschützentag in Brüggen am 5. + 6. Oktober 1991 mit 7.000 Schützen u. 15 Musikkapellen aber schwacher Beteiligung aus dem eigenen Bezirksverband. Gäste: Hochmeister Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein, Prälat Arnold Poll aus Aachen, Bundesjungschützenmeister Lothar Haupts aus Erkelenz, Diözesanjungschützenmeister Hans Puschmann aus Lobberich u. Diözesanjungschützenprinzessin Mareike Peters aus Oebel.

Die Fahnenschwenker von St.Sebastianus Amern können ihren Deutschen Meistertitel erfolgreich verteidigen.

Am 20.03.1992 bei der Messfeier in der  Pfarrkirche St.Mariä Himmelfahrt Bracht wird die neue Bezirksstandarte eingesegnet. Bezirksbundesmeister Adolf Strötges begrüßt zur Standartenweihe Diözesanpräses Pfarrer Hans Stemes, Bezirkspräses Pfarrer Wilfried Rotthauwe, Diözesanbundesmeister Christian Rascher u. Stellv. Willy Heisters, Diözesanjungschützenmeister Hans Puschmanns, Bürgermeister Ferdinand Leewe Schwalmtal, Bürgermeister Karl Heinz Mesterom Brüggen, Ehrenvorstandsmitglied Josef Seidenstücker und die Vorstände der 17 Bezirks - Schützenbruderschaften.

Am 30. Mai 1992 findet das 1. Bezirksschützenfest mit Vogelschuss im Rahmen des Heimat- u. Schützenfestes der St.Johannes Schützenbruderschaft Bracht statt. Von 11 anwesenden Silberträgern holte beim abwechselnden Schießen auf dem Sportplatz nach

147 Schuss Königin Inge Beenen aus Luettelbracht-Genholt den Holzvogel runter. Nach dem Umzug mit 1.100 Teilnehmern aus 19 Schützenbruderschaften zum Festzelt, wird die 1. Bezirkskönigin Inge Beenen proklamiert, die „Schützenfamilie" ist komplett.

Am 26.03.1993 bei der Messe in der Lüttelbrachter Kirche wird das Bezirkskönigssilber an der sich alle Schützenbruderschaft mit je 200 DM finanziell beteiligten feierlich von Bezirkspräses Pfarrer Wilfried Rotthauwe geweiht und der Bezirkskönigin Inge Beenen überreicht.

Am 1. September 1994 findet der 1. Bezirkstriathlon im Bezirk statt.

Das 20. Bezirks-Fußballtunier wird in Ungerath abgehalten.

1995 ist der KK - Schießstand in Amern Berg mit Bezirkseinsatz renoviert worden.

Es muss noch erwähnt werden, dass die Dülkener Schiessgruppen seit 1954 immer noch im Bezirksverband mitarbeiten. 

Der Bezirk bietet ab der neuen Schießsaison 1996/97 einen Bildungs- u. Schießsportlehrgang (BUS) für Schüler an, der von Franz Rosenberger (Aufgaben des Verbandes), Peter Wetzels (Praxis)  und Johannes Reintjes (Waffenkunde) durchgeführt wird.

In den Bezirksschießgruppen sind momentan 470 Schützen in 50 Mannschaften aktiv tätig.

Am 15. September 1996 wird der 13-jährige Christian Reintjes von der St.Jakobus Schützenbruderschaft Lüttelforst in Troidorf von 50 Bewerbern mit 28 von 30 Ringen, Bundesschülerprinz. Mit nach Lüttelforst kommt für 1 Jahr die Bundesjugendstandarte.

 1998 stellt Bundesmeister Adolf Strötges heraus, das etwa 500 Jungschützen im Bezirk aktiv sind und „Schützen  nicht nur Schießsport bedeutet. Wie auch der Präses in seiner Predigt das Wort „Schützen“ definierte. Die einzelnen Bruderschaften sind gefordert, die Jungschützen zu unterstützen. Von den amtierenden Bezirksministern aus Hehler wird jeweils eine Ministerkette gestiftet. Für die Bezirksprinzen/Bezirksschülerprinzen werden vom BDSJ Schwalmtal-Brüggen Prinzenketten angeschafft.

Adolf Strötges stellte die von Bezirksgeschäftsführer Norbert Amberg erarbeitete Bezirks-Chronik vor und bittet alle diese zu Ergänzungen und Änderungen mitzuteilen. Wenn in den Bruderschaften noch alte Fest-Schriften verfügbar sind, sollten diese doch dem Bezirksarchiv zur Verfügung gestellt werden.

Am 03. März 2000 wird der „Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V. Köln“ von den Erzbistümern als kirchliche Vereinigung anerkannt.

Am 30. März 2001wird eine Geschäftsordnung verabschiedet. Der Bezirkspräses erhält für seine 10jährige Amtszeit den ersten "Ehrenbrief" des BV. Die Ungerather Bruderschaft, erhält als erste im BV, das "Fahnen-Banner" des BHDS überreicht.

Beim Jubiläum am 30. Juni 2001 wird der St.Petrus & St.Sebastianus Bruderschaft Luettelbracht-Genholt als erste Bruderschaft das große Oktogon des BV überreicht.

Johannes de Rijk erhält nach mehr als 20-jähriger Tätigkeit in der Schützenjugend das kleine Oktogon des BV überreicht. Erich Wefels nach 15 Jahren

Am Bundesschützenfest 2004 in Korschenbroich nimmt der BV mit einigen Bruderschaften teil.

Im Dezember 2004 wird dem Bezirkspräses Pfarrer i.R. Wilfried Rotthauwe zu seinem 70-sten Geburtstag das kleine Oktogon des BV überreicht.

Am 20. Februar 2005 verstirbt unser geschätzter Bezirkspräses plötzlich und unerwartet. 

2005 am 14. Mai feiert der BdSJ des BV sein 30-jähriges Bestehen.

2006 wird die Bundesmeisterkette um das alte Brachter Wappen erweitert. Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS - Leverkusen) erhielt am 01.10.200 vom Bundesverwaltungsamt in Köln nach über zweijähriger Überprüfung die Anerkennung als offizieller Schießsportverband.

 

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Norbert Amberg
Stand: 22. Februar 2012